Geschichte EHC Basel (sharks.ch)

      Geschichte EHC Basel (sharks.ch)

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      Geschichte EHC Basel

      Die persönlichen Wurzeln liegen klar bei Dr. Erich Dietschi, einem Basler Lehrer, welcher sich selbst nicht eben als Spitzensportler bezeichnete. Dietschi besuchte im Jahre 1931 anlässlich eines Skilagers in Engelberg einen Eishockey-Match zwischen "Engelberg und irgend einer Mannschaft" und war danach von diesem Sport, den er zuvor nicht kannte und welchen er als "Männerkampf gelöst von Erdenschwere" bezeichnete, derart angetan, dass er gleich einen Bündel Stöcke mit nach Basel nahm und den Eismeister der "Margarethen-Tennispläzte" überredete, den Eishockeysport-Begeisterten ein wenig Eiszeit für ihren absonderlichen Sport zu gönnen.

      So fing Eishockey in Basel an. Aber noch nicht der EHC. Im März 1932 soll es zwar zu einem ersten Eishockey-Spiel in Basel gekommen sein und zwar auf dem "Margarethenplatz" zwischen einer lockeren Eishockeyanergruppe Namens "Eissportclub St. Margarethen" und der Gruppe von Erich Dietschi, welche dieser selbst als "wir" bezeichnete. Das Spiel verloren "wir" mit 1 : 4. Was es im 1932 zudem gab, war ein Initiativkomitee, welches sich für den Bau einer Kunsteisbahn in Basel einsetzte. Dietschi trat diesem Komitee bei und sicherte die Unterstützung seiner Gruppe zu, die mittlerweile organisiert war und einen Namen hatte, nämlich "Rotweiss Basel Eishockeysektion".

      Zurück zur Gruppe "Eissportclub St. Margarethen": Inspiriert von Dietschis Initiative bereiteten diese Sportler die Gründung des Eishockey-Club Basel vor, welche an besagtem 14. Oktober 1932 im Restaurant zum Braunen Mutz Tatsache wurde. Sein erster Präsident war Peter C. Straumann, ein Spieler der 1. Mannschaft.

      Am Anfang stand also die Vision eines Vordenkers und eines Machers. Auch wenn Dietschi nie Präsident des EHC war (er erblickte seine vordergründige Aufgabe im Bau und der Leitung der Kunsteisbahn), so muss er doch als Begründer unserer Bewegung gelten, als Basler Eishockey-Pionier, welcher alle Hürden übersprang, die man ihm auf seinem Weg, den Eishockeysport in Basel zu etablieren, hinstellte.

      Der anno 1932 gegründete EHC war schon kurz nach seinem Entstehen einem raschen Wandel unterworfen. Bereits im Jahre 1933 fusionierten der EHC und Dietschis "Eishockey-Sektion des SC Rotweiss" zum "Eishockey-Club Basel, Sektion des SC Rotweiss". Dieser Name blieb, bis der Verein im 1956 offiziell in "EHC Basel" umbenannt wurde, auch wenn sich schon Jahre zuvor die Bezeichnung "EHC Basel" eingebürgert hatte oder ? wie wir Basler genau wissen und auch grossen Wert darauf legen ? schlicht "dr EHC". Erster Präsident des fusionierten Vereins wurde jedenfalls Ernst Müry-Meier. Doch die Fusion hatte ihre Folgen und mündete in schlimme Querelen, welche bereits im Jahre 1936 eine Abspaltung zur Folge hatten: Nebst Rotweiss gab es bis zu seinem definitiven Scheitern anno 1939 den "Neuen Eishockey-Club Basel". Der "NEHC" blieb letztlich eine Fussnote in der Geschichte, zeigte aber mit aller Deutlichkeit auf, dass Fusionen vor allem im Sport ihre Tücken haben (Generationen später wiederholte sich die Geschichte mit dem EHC Basel und dem EHC Kleinhüningen) und die Verzettelung der Kräfte z.B. mit Abspaltungen auch nicht Erfolgsrezept sein kann. Der vorliegende Zwischenhalt soll aber nicht zu einem historischen Vortrag ausufern. Lassen wir es hiermit bei der Entstehung des EHC vor 75 Jahren bewenden.

      Dorthin führen also unsere Wurzeln. Und wenn wir, die wir heute derselben Vision nachleben und den Eishockeysport in Basel weiter etablieren wollen, glauben, früher sei alles viel besser oder einfacher gewesen, so täuschen wir uns gewaltig. Und ebenso irren wir uns, wenn wir glauben, die Aufgabenstellung sei früher anders gewesen als heute. Dass zuerst die Infrastruktur stehen muss, bevor sich der dazugehörende Sport entwickeln kann, war schon Erich Dietschi bekannt. Unverändert präsentierte sich die Situation etwa siebzig Jahre danach, beim Bau der St. Jakobarena. Und ebenso unverändert und unwidersprochen steht die These da, dass der Betrieb einer Eisbahn von der Führung eines Eishockey-Clubs zu trennen ist. Währenddem wir allerdings sechs Jahre dazu benötigten, um unsere Vision einer Basler Eishalle zu verwirklichen, schaffte dies Dietschi mit seiner offenen Kunsteisbahn innerhalb von zwei Jahren. Auch davor müssen wir heute den Hut ziehen.

      Und ferner: Was sich auch nicht geändert hat in den letzten 75 Jahren ist die Tatsache, dass die Öffentlichkeit, das Publikum, die Fans der wichtigste Faktor eines Sportclubs waren, sind und bleiben werden. Erst kürzlich fragte uns ein Kenner der Sportszene: "Wer macht die Marke "EHC" eigentlich, wer unterhält sie, wem gehört sie"? Und als Antwort erhielten wir zu unserer nicht geringen Verblüffung: "Den Fans gehört sie". Wenn man ein wenig über diese Antwort nachdenkt, wird immer klarer, dass sie richtig ist. Denn ohne dahinterstehende Fans hat das Logo oder der Name eines Sportclubs keine Bedeutung, ist schale Farbkomposition oder sinnlose Buchstabenkombination.

      Dem ist eigentlich nichts mehr zuzufügen, ausser: Wir von der Clubleitung, in deren Amtszeit das 75-Jahre-Jubiläum fällt, bewerben uns um die Gunst des so wichtigen Publikums. Wir wollen den Fans wieder Action, Kampf, Krampf, Dynamik, Tempo, gigantische Siege leider wohl auch mitunter bitterste Niederlagen bieten, kurz: Emotionen. Und wir wollen, doch nochmals abschliessend was Historisches, nicht wieder 55 Jahre warten, bis wir um den Schweizermeister-Titel antreten! Das mag jetzt etwas gar euphorisch klingen. Bei Erich Dietschi klang es aber auch sehr euphorisch, als er vor 75 Jahren einen Bündel Stöcke von Engelberg nach Basel transportierte.
      Tradition ist nicht die Anbetung von Asche, sondern das Weiterreichen von Feuer